Die Bischofsheimer Stadtrallye kann nun nicht nur von Schülern des Schullandheims, sondern von jedermann gespielt werden. Worum geht es dabei und wie funktioniert das Ganze?

In Bischofsheim wusste nahezu jeder schon Bescheid, wenn eine Horde Schüler mit Fragebogen ausgerüstet, durch die Gassen zog und Passanten oder Geschäftsinhabern Fragen zu Bischofsheim, seiner Geschichte und seinen Besonderheiten stellte. Denn die Schüler vom Schullandheim Bauersberg absolvierten die Stadtrallye. Coronabedingt waren schon lange keine Schüler mehr mit ihren Fragen unterwegs, das Schullandheim hat seit nunmehr über einem Jahr geschlossen.

Die Leiterin des Studienhauses, Andrea Schmitt, hat die Zeit genutzt, um Bildungsmodule zu überarbeiten, zu aktualisieren und Neues aufzunehmen. Einiges wurde auch digitalisiert, dazu zählt die Bischofsheimer Stadtrallye, die nun als "Actionbound" per App vom Handy aus gespielt werden kann. Damit steht die Stadtrallye nicht mehr nur den Schülern des Schullandheims Bauersberg, sondern allen Interessierten zur Verfügung.

Mit einer Spende in Höhe von 1000 Euro unterstützt das Großbardorfer Industrieunternehmen IFSYS das Schullandheim Bauersberg. "Unser sozialer Auftrag ist uns stets sehr wichtig", sagt IFSYS-Geschäftsführer Adelbert Demar. "Wie viele andere kann auch das Schullandheim seinem Geschäft aktuell nicht nachgehen, sodass wir hier helfen wollten." IFSYS verzichtet traditionell auf Weihnachtspräsente für Kunden und Geschäftspartner und unterstützt stattdessen soziale Projekte und Einrichtungen. "Die Einrichtung ergänzt sich gut mit unserer Firmenphilosophie", erklärt Demar die Entscheidung zugunsten des Bauersbergs. "Auch das Umweltprogramm der Einrichtung deckt sich mit unseren Ansichten in Sachen ökologisches und nachhaltiges Handeln", so Demar.

Auch wenn für die Einrichtungen des Rhöniversums noch nicht klar ist, wann sie für Schulklassen wieder öffnen werden dürfen, Lehrerfortbildungen bieten das Schullandheim Bauersberg (Bischofsheim) und die Umweltbildungsstätte (Oberelsbach) in den nächsten Monaten einige an. Im Schullandheim Thüringer Hütte, das ebenfalls zum Rhöniversum gehört, werden in diesem Jahr keine derartigen Veranstaltungen angeboten. Alle drei Einrichtungen sind Träger des Qualitätssiegel Umweltbildung Bayern.

Hoffnungsvoll blicken die Vertreter des Rhöniversums in die Zukunft – trotz Lockdown und fehlender konkreter Perspektive. Staatliche Finanzhilfen führen über die trüben Zeiten. Die Schullandheime Bauersberg (Bischofsheim), Thüringer Hütte (Hausen) und die Umweltbildungsstätte (Oberelsbach) bilden das Rhöniversum. Sie haben unterschiedliche Bildungsangebote und räumliche und strukturelle Voraussetzungen, sodass sie auch während der Corona-Pandemie verschiedene Wege gefunden haben. Alle drei Einrichtungen sind Träger des Qualitätssiegels Umweltbildung Bayern.

Corona hat den drei Häusern des Rhöniversums eine unfreiwillige Auszeit beschert. Keine Klassen und Gruppen, stattdessen leere Häuser und Kurzarbeit für die Mitarbeiter. Es ist abzusehen, dass auch im neuen Schuljahr nicht sofort Schullandheimaufenthalte die oberste Priorität haben werden, zumal Hessen bis 2021 derartige außerschulische Aufenthalte ohnehin untersagt hat und in der Vergangenheit doch hessische Schulklassen gerne in die bayerischen Häuser kamen.

Die Umweltbildungsstätte in Oberelsbach und die Schullandheime Bauersberg und Thüringer Hütte gehen unterschiedlich mit den Herausforderungen um und ziehen dennoch auch weiterhin an einem Strang. "Den Rhöniversums-Verbund wird es auch nach Corona noch geben", betonten der Geschäftsführer der Umweltbildungsstätte Bernd Fischer, Dieter Köstler und Dr. Andrea Schmitt vom Bauersberg und Christiane Jakob-Seufert von der Thüringer Hütte. Zum Gedankenaustausch gekommen war auch der Geschäftsführer der Schullandheim Hobbach-Bauersberg gGmbH Markus Seibel.

Seit 17. März sind die Schullandheime Bauersberg, Thüringer Hütte und Rappershausen geschlossen. Wie die Verantwortlichen die Situation beurteilen und wann es weitergehen könnte.

Das Schullandheim Bauersberg ist erneut mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung Bayern" ausgezeichnet worden. Bereits vor drei Jahren wurde das Schullandheim als Partner des Netzwerks ausgezeichnet, da es maßgeblich dazu beiträgt, die hohen Qualitätsstandards der Umweltbildung, als wichtige Säule der Bildung für nachhaltige Entwicklung, auf einem hohen Leistungs- und Qualitätsniveau zu halten.

Der Stadtjugendring Schweinfurt veranstaltet seit 68 Jahren die Jugendfreizeit am Bauersberg. OB Remelébesuchte das Zeltlager und meisterte viele Fragen und Spiele.

Mit gleich vier Programmpunkten beteiligt sich das Schullandheim am Bauersberg am Kinderferienprogramm der Stadt Bischofsheim.

Auch für das neue Schuljahr gibt es wieder Lehrer-Fortbildungen im Verbund des Rhöniversums. Neu ist, dass der Plan bis Ende 2020 aufgestellt wurde, um künftig nicht mehr Schuljahrsbezogen sondern dem Kalenderjahr entsprechend diese Fortbildungen anzubieten und zu bewerben, erklärte der Geschäftsführer der Umweltbildungsstätte Oberelsbach, Bernd Fischer, der  anlässlich der Präsentation der neuen Fortbildungen mit Joachim Schneider (Pädagogischer Fachbetreuer) zum Schullandheim Bauersberg gekommen war.

Die Leiterin des Studienhauses Dr. Andrea Schmitt und ihre Mitarbeiterin Daniela Kessler stellten gemeinsam mit den Vertretern aus Oberelsbach das Fortbildungsangebot vor, das bereits am 18. und 19. November mit der Vorstellung des Schullandheims Bauersberg beginnt. Jedes Jahr stellt sich das Schullandheim vor, allerdings stets mit einem anderen Schwerpunkt. In diesem Jahr geht um den "Sternenpark Rhön in unserem Sonnensystem", um um Orientierung im Gelände sowie um Gesteine und Vulkane in der Rhön. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit die angebotenen Module selbst auszuprobieren, das Schullandheim mit seiner Ausstattung kennen zu lernen. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten und Jahrgangsstufen, die das Haus kennen lernen möchte, einen Aufenthalt mit ihrer Klasse bereits gebucht haben oder dies vorhaben. Im nächsten Jahr wird bei dieser Fortbildung um die Vorstellung der  Wasserschule gehen. Wie Schmitt mitteilte, seien auch schon Anmeldung eingegangen.

 

Sandra Hergenröder arbeitet seit September im Schullandheim am Bauersberg und die 19-Jährige aus Untererthal findet: "Es ist eine sehr interessante Tätigkeit, abwechslungsreich und lehrreich."

Das Schullandheim bietet jedes Jahr je eine Stelle im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und im Bundesfreiwilligendienst an. Sandra Hergenröder hat im September ihren Dienst im FÖJ-Programm begonnen und seither vielfältige Erfahrungen sammeln können. 

Dr. Andrea Schmitt, die Leiterin des Studienhauses Geographie/Geologie, freut sich über das Engagement und die Einsatzfreude der 19-Jährigen, die gemeinsam mit ihr die Betreuung der Schulklassen übernimmt.

 

Am 28.10.2018 fand das herbstliche Treffen vom Forum Umweltbildung Unterfranken auf dem Bauersberg statt. Das Forum fördert die Vernetzung und Kooperation von Trägern und Einrichtungen der Umweltbildung in Unterfranken:

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